Wolfsbraut - Der Nemesis-Zyklus, Band 1 Wolfsbraut  
 
(jugendfreie Variante:)
1.
„Männer sind Idioten“. So lautete einer der Lieblingssprüche meiner Mutter. Vermutlich lag sie damit nicht ganz falsch. Als ich noch ein kleines Mädchen war, wunderte ich mich manchmal darüber, warum sie ihre Zeit immer wieder mit Idioten, mit ständig neuen Idioten, verbrachte.
Mein Vater war ein besonders großer Idiot – meinte meine Mutter. Ich hatte ihn nie kennen gelernt. Damals hätte ich gern einen Papa gehabt, aber die Männer im Leben meiner Mutter waren Onkels. So hatte ich sie jedenfalls zu nennen. Dabei wusste ich nicht, was eigentlich der Unterschied zwischen einem Papa und einem Onkel war. Ich kannte ja nur Onkels. Damals dachte ich, ein Papa wäre so etwas wie ein langfristiger Onkel. Ich wusste zwar nicht, wie lange ein Onkel es mit meiner Mutter aushalten musste, um sich in einen Papa zu verwandeln, aber ich dachte, dass ich es schon merken würde, wenn es soweit wäre.
Stefan hätte es schaffen können.

Mit dreizehn Jahren steckte ich mitten in der Pubertät. Alles schien sich zu verändern. Mein Körper befand sich schon seit einer Weile in seiner Metamorphose. Als ich noch ein Kind war, fanden mich die Erwachsenen vor allem „süß“. Ich war immer recht klein gewesen, hatte hellblonde Haare und sehr große, runde, blaue Augen. Ich wusste genau, wie ich damit dreinschauen musste, um die Erwachsenen um den Finger zu wickeln. Meine Mutter fand das aber gar nicht gut: „Irgendwann gerätst Du an den Falschen. Der schnappt Dich dann und ich kann Dich später im Leichen­schauhaus identifizieren“. Mir war klar, dass der „Falsche“ einer von den Idioten war. Was „identifizieren“ genau bedeutete, oder was an Leichen so toll war, dass man extra Schauhäuser dafür gebaut hatte, erschloss sich mir hingegen lange Zeit nicht.
Mit meiner einsetzenden Pubertät brachte meine Mutter mir bei, was man über die Idioten wissen musste. Da, wo mein Schneckchen war, hatten die Idioten so eine Art Stab. Damit konnten sie zwar auch Pipi machen, aber ihre bevorzugte Beschäftigung („das ist ihr ganzer Daseinszweck“) war es, diesen Stab in „uns Frauen“ hineinzustecken; und zwar immer und überall. Komische Sache das, dachte ich, aber mein Schneckchen veränderte sich auch und ich vermochte mir inzwischen ganz gut vorzustellen, dass man da Stäbe hineinstecken könnte. Mit dem Lockenstab meiner Mutter probierte ich es dann mal, heimlich, versteht sich, aus. Richtig reinstecken ging nicht. Aber so vorne herumspielen schon. Das war schön!
Ich bekam Brüste. Die sahen irgendwie anders aus als bei meiner Mutter; viel kleiner und eher spitz als rund, aber das wäre den Idioten egal, sagte meine Mutter. Neben der Sache mit dem Stab, so wurde ich informiert, wäre das nämlich eine andere Hauptbetätigung der Idioten: Brüste anfassen. Als ich das bei mir selbst ausprobierte, verstand ich am Anfang gar nicht, was daran so toll sein sollte, aber nach etlichen Versuchen hatte ich irgendwann den Bogen raus. Mmmmh!
Zum Glück gab es auch Sexualkundeunterricht in der Schule. Dadurch begriff ich, dass es bei dieser Sache mit den Stäben nicht ums Pipimachen ging. Als meine Freundin Sonja mir erzählte, sie hätte „es“ mit Mike Schuster aus der 10b „getan“, wollte ich alle Details erfahren, aber sie kicherte nur und rannte weg. Na ja, so ganz unerfahren war ich auch nicht mehr. Ich hatte nämlich Bernd Herdorfer aus der 9a geküsst und dabei mal kurz die Stelle berührt, wo sein Stab gewesen sein müsste. Welche Enttäuschung, festzustellen, dass der offenbar gar keinen hatte!

Ich war eine erfahrene Frau von vierzehn Lenzen, als meine Mutter Stefan heiratete. Meine Brüste waren zwar immer noch eher klein und spitz, aber ich hatte einen hübschen Po und schöne, schlanke Beine und meine Fähigkeit, mit den großen, blauen Augen zuerst nach unten zu schauen und dann gaaanz langsam den Blick zu heben und bedächtig meine Lider mit den langen Wimpern zu schließen und wieder zu öffnen, war inzwischen so weit perfektioniert, dass die Jungs ganz verrückt nach mir waren. Meine Mutter hatte Recht – es waren Idioten. Aber die Idioten hatten Schwänze (über die Kleinkindersprache war ich natürlich in meinem fortgeschrittenen Alter längst hinweg) und in der Theorie (und meinen heimlichen Praxistests mit alternativen Gegenständen) wusste ich ganz genau, dass sie damit schöne Sachen anstellen konnten. Durch eigene Erfahrungen und Gespräche mit Freundinnen wurde mir klar, dass nur ein „richtiger Mann“ wusste, wie er seinen Schwanz zu benutzen hatte. Mit unter Sech­zehnjährigen brauchte frau sich gar nicht erst abzugeben.
Meine Wahl für die Entjungferung fiel auf einen Abiturienten namens Jan. Er war zwei Köpfe größer als ich und wir hatten schon miteinander gekuschelt, was total schön gewesen war. Jetzt wollte ich aber nicht kuscheln. Ich wollte Sex. Es geschah in seinem Auto. So ein richtiger, lebendiger Schwanz ist schon was anderes als die Theorie oder Lockenstäbe oder Möhren oder Salatgurken. Ich fand das Ding super und musste ganz schön drängeln, weil Jan so überaus vorsichtig war. Er schien ewig zu brauchen und unter den gegebenen, etwas be­engten Umständen bewegte ich meine Hüften so gut es ging, damit er mich endlich ordentlich f****e (das war genau das richtige Wort für mein Anliegen). Es tat weh, als mein Häutchen riss und ich konnte einen kleinen, spitzen Schrei nicht unterdrücken. Jan wollte tatsächlich aufhören. Männer sind eben doch Idioten. Ich hatte meine Beine hinter seinem Rücken ver­schränkt und hielt ihn fest. „Weitermachen, bitte“, ließ ich mit dünner, atemloser Stimme meinen ganzen Charme spielen und es half. Ich bekam meinen Orgasmus und es war richtig gut. Trotzdem fehlte etwas und ich brauchte noch einige Jahre, um zu begreifen, was es war.
Ich habe Jan nie wieder gesehen. Er hatte seine Aufgabe erfüllt.

Erwachsen, wie ich jetzt war (dachte ich zumindest), begegnete ich Stefan anfangs mit der ganzen Abgeklärtheit einer „richtigen“ Frau. Meine Mutter ermahnte mich, ich sollte doch etwas freundlicher zu ihm sein. Natürlich gab es keinen „Onkel“ mehr, aber ein bisschen netter wäre doch okay; schließlich wäre Stefan doch kein Idiot.
Das kannte ich schon. Erst die große Liebe und später das Übliche.
Stefan war tatsächlich anders.
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